Bekannte Miniaturen, neue Regeln: Ein erster Blick auf One Page Rules
Der Tisch ist bereits aufgebaut, als Martin den Raum betritt. Die Spielmatte liegt glatt, Gelände ist sorgfältig verteilt, Ruinen, Container, ein paar erhöhte Positionen. Ole steht schon da, sortiert Marker und Würfel, während Martin seinen Koffer öffnet und Reihe um Reihe Space Marines herausnimmt. Es ist diese vertraute Ruhe vor dem Spiel, bevor die erste Bewegung gemacht wird.
Martin stellt die letzte Einheit ab und lässt den Blick kurz über das Spielfeld wandern. Ole bemerkt die kurzen Pausen, die erfahrene Spieler machen, wenn sie innerlich schon anfangen zu vergleichen.
Ole: „Vielleicht noch ein wichtiger Punkt, bevor wir anfangen: Wir ändern hier ja nichts an den Modellen oder Bases. Du kannst die Figuren danach problemlos wieder ganz normal für Warhammer 40.000 benutzen.“
Martin nickt sofort. Martin: „Ja, das war mir wichtig. Gerade wenn man schon länger sammelt.“
Ole: „Solange 40k die Modelle unterstützt, ist das kein Thema. Die Basegrößen sind identisch, du kannst heute OPR und morgen wieder 40k spielen. Es gibt also immer ein Zurück. Realistisch gesehen ist es sogar wahrscheinlicher, dass Modelle bei 40k aussortiert werden als bei One Page Rules.
Vor dem ersten Spiel
Während Ole das Szenario erklärt und Marker verteilt, lehnt sich Martin leicht an den Tisch.
Ole: „Du spielst ja schon ziemlich lange Tabletop. Seit wann eigentlich?“
Martin: „So um 2001 oder 2002. Angefangen habe ich mit Warhammer Fantasy, dann Infinity und später Warmachine und Hordes. Warhammer 40.000 war natürlich immer präsent. Ich habe früher jede Ausgabe des White Dwarf gelesen. Aber das System hat mich lange eher eingeschüchtert.“
Ole stellt die ersten Missionsziele auf.
Ole: „Wann bist du dann wirklich eingestiegen?“
Martin: „Mit der 8. Edition, als die Primaris Space Marines kamen. Da habe ich angefangen zu sammeln und auch immer mal wieder Spiele gemacht. Aber als Hauptsystem habe ich 40k nie wirklich verfolgt. Erst die aktuelle Kampagne im Verein ist mein erster längerer, ernsthafter Kontakt.“
Die ersten Einheiten werden in die Aufstellungszonen geschoben.
Ole: „Und trotzdem probierst du heute One Page Rules aus. Was war der Auslöser?“
Martin richtet einen Trupp aus, korrigiert leicht den Winkel.
Martin: „Ich liebe den Hintergrund von Warhammer 40.000. Die Welt, die Geschichten, die Miniaturen. Aber das Spielen selbst war für mich oft mühsam. Zu viele Sonderregeln, zu viel Min-Maxing, ständig neue Einheiten, die plötzlich Pflicht sind. Ich hatte oft das Gefühl, mehr gegen meine eigenen Regeln zu spielen als gegen meinen Gegner.“
Ole hört zu, während er seine letzte Einheit platziert.
Martin: „Kommandopunkte habe ich irgendwann fast komplett ignoriert. Das war einfach ein zusätzlicher Stressfaktor.“
Ole: „Und dann kam OPR.“
Martin: „Genau. Das Versprechen, mit den Modellen, die ich mag, in einem überschaubaren Zeitrahmen spielen zu können, ohne geistig völlig überfordert zu sein – das hat mich neugierig gemacht.“
Ole nimmt das Tablet zur Hand.
Ole: „Viele denken ja immer noch, bei OPR passt wirklich alles auf eine Seite. Das war am Anfang auch so gedacht. Inzwischen gibt es Erweiterungen. Aber der Kern bleibt: Wenn du deine Armee im Army Forge baust, hast du am Ende alle Profile und Sonderregeln übersichtlich auf einer Seite.“
Ein kurzer Blickwechsel. Dann beginnt das Spiel.
Während des ersten Spiels
Die ersten Einheiten werden aktiviert. Würfel rollen über die Matte, bleiben liegen.
Martin schaut auf das Profil seiner Einheit, dann wieder aufs Feld.
Martin: „Was mir sofort auffällt: die Werte. Drei Stück. Quality, Defense, Tough. Das war’s.“
Ole: „Genau. Quality regelt Treffer und Moral, Defense die Verteidigung, Tough die Wunden. Dazu kommen Fähigkeiten, aber die Basis bleibt schlank.“
Martin würfelt, vergleicht, nickt.
Martin: „Im Kampf ein Wurf zum Treffen, einer zum Verteidigen. Fertig.“
Ein paar Züge später lehnt er sich kurz zurück.
Martin: „Und das Aktivierungssystem … dass wir abwechselnd Einheiten aktivieren, verändert das Spielgefühl komplett. Ich sitze nicht rum und warte. Die Downtime ist fast weg.“
Ole: „Das ist für viele einer der größten Unterschiede.“
Das Spiel nimmt Fahrt auf. Bewegung, Schüsse, erste Verluste.
Nach dem ersten Spiel
Die letzte Einheit wird entfernt. Beide stehen kurz still, dann beginnt das Umstellen für die nächste Partie.
Martin: „Ganz ehrlich: Ich bin ohne große Erwartungen reingegangen. Aber das war jetzt schon stark. Es hat sich genau so gespielt, wie ich mir 40k immer gewünscht habe: taktisch, spannend, aber nicht zäh.“
Ole: „Hattest du das Gefühl, es war nur ein Einführungsspiel?“
Martin: „Überhaupt nicht. Du musstest mir nicht ständig sagen, was ich besser lassen sollte. Wir waren schnell in einem echten Spiel, nicht in einer Demo.“
Er schaut auf die Uhr.
Nach dem zweiten Spiel
Auch die zweite Partie ist vorbei. Zwei Spiele, ein Abend. Die Figuren stehen wieder im Koffer, aber das Gespräch geht weiter.
Martin: „Dass wir heute zwei spannende Partien gespielt haben, ist für mich der größte Aha-Moment. Und beide Spiele waren richtig gut. Nach ein paar Zügen war ein richtiger Spielfluss da, ohne dass ich das Gefühl hatte, ständig etwas zu vergessen.“
Ole: „Wie war das für dich im direkten Vergleich zu 40k?“
Martin: „Es fühlt sich wie die gestreamlinte Version von Warhammer 40.000 an. Schon im zweiten Spiel konnte ich mich viel mehr auf Taktik konzentrieren, statt auf Regeln.“
Nahkampf, Armeegrößen und Spielgefühl
Martin: „Wir haben heute mit eher wenigen Punkten gespielt. Wie ist das bei größeren Spielen?“
Ole: „Überraschend ähnlich. Man nimmt nicht zwingend mehr Modelle, sondern teurere, mächtigere. Große Spiele bleiben dadurch übersichtlich und schnell.“
Martin denkt kurz an den Nahkampf zurück.
Martin: „Das mit der Erschöpfung nach dem Kämpfen fand ich richtig stark. Simpel, aber wirkungsvoll. Es zwingt einen, vorauszuplanen.“
Ole: „Genau das ist die Idee. Wenige Regeln, die echte Entscheidungen erzeugen.“
Martin: „Negativ überrascht hat mich eigentlich nichts. Klar, wer extreme Komplexität sucht, dem könnte etwas fehlen. Aber ich brauche das nicht. Für mich entsteht die Herausforderung durch Positionierung und Entscheidungen.“
Am Ende des Abends
Der Tisch ist leergeräumt, Würfel und Marker verstaut.
Ole: „Glaubst du, One Page Rules kann 40k für dich ersetzen?“
Martin: „In fast allen Punkten, ja. Spieldauer, Verständlichkeit, Spielfluss. Ich kann meine 40k-Miniaturen spielen, ohne das Gefühl zu haben, dem System immer hinterherzulaufen. Für mich ist der soziale Aspekt extrem wichtig – gemeinsam spielen, Spaß haben, ohne Frust.“
Martin: „Und was war für dich der ausschlaggebende Punkt zu One Page Rules zu wechseln?“
Ole schließt den Koffer.
Ole: „Ich male zu langsam. Bei 40k waren Einheiten teilweise schon obsolet, bevor sie fertig waren. Manche Modelle haben inzwischen gar keine Regeln mehr. Bei One Page Rules kann ich die Modelle spielen, die ich mag – und so lange, wie ich sie mag.“
Resume
Der Abend am Spieltisch hat für Martin deutlich gezeigt, warum One Page Rules für viele Spieler eine ernstzunehmende Alternative zu etablierten Systemen darstellt. Ohne neue Miniaturen kaufen oder bestehende Armeen umbauen zu müssen, konnte er mit seinen gewohnten Warhammer-40.000-Figuren ein vollständiges, taktisch anspruchsvolles Spiel erleben – mit klaren Regeln, gutem Spielfluss und einer deutlich geringeren Spieldauer.
Ein zentraler Punkt dabei ist, dass One Page Rules figurenagnostisch ist. Das System schreibt keine bestimmten Miniaturen vor. Gespielt wird mit dem, was man besitzt und mag. Durch identische Basegrößen lassen sich vorhandene Armeen problemlos sowohl in One Page Rules als auch weiterhin in Warhammer 40.000 einsetzen, solange die Modelle dort noch unterstützt werden.
Die Grundregeln von One Page Rules sind kostenlos verfügbar und decken bereits alle notwendigen Mechaniken für vollständige Spiele ab. Wer darüber hinaus Zugriff auf das vollständige Regelwerk mit zusätzlichen Optionen und Varianten haben möchte, findet die Bezahlversion auf Wargames Vault. Diese liegt preislich im niedrigen einstelligen Bereich und beinhaltet alle zukünftigen Updates.
Ein weiteres zentrales Werkzeug ist Army Forge, der offizielle Armee-Builder von One Page Rules. Mit ihm lassen sich Armeen kostenlos erstellen, verwalten und übersichtlich darstellen. Am Ende stehen alle Profile, Ausrüstungen und Sonderregeln kompakt auf einer Seite zur Verfügung – genau das, was den Kern des Systems ausmacht.
One Page Rules versteht sich dabei nicht als Ersatz für jedes Spielsystem oder jeden Spielertyp. Es bietet aber eine bewusst schlanke, flexible und zugängliche Möglichkeit, Tabletop-Wargames zu spielen – mit Fokus auf Entscheidungen am Tisch, nicht auf Regelverwaltung. Für Spieler wie Ole und Martin, die ihre Miniaturen lieben, aber ein flüssigeres Spielerlebnis suchen, kann das genau der richtige Ansatz sein.
Autor und Datum: Ole, 29.01.2026