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Lead&Follow Systemvorstellung

Lead&Follow (im weiteren Verlauf häufig mit L&F abgekürzt) ist ein im 2.Weltkrieg angesiedeltes historisches Tabletopspiel. Es befindet sich aktuell noch in der Entwicklung, kann aber schon jetzt mit seinen vollständigen Spielmechaniken aufwarten.

Grundlegende Infos
  • Autor / Verlag: Robert Kittner / ?
  • Abgebildeter Zeitraum: 1939-45
  • Maßstab: kleinere Maßstäbe von 6-20mm. Empfohlen werden 15mm.
  • Armeegröße: (kleine) Kompaniestärke
  • Spieldauer: 90-120 Minuten
  • Spielfeldgröße: 120x120cm oder 120x180cm
  • Sprache: Deutsch und (zukünftig auch) Englisch
  • Release: irgendwann 2026
Das Regelbuch

Das Hauptregelwerk beinhaltet sämtliche Grundregeln, 10 Szenarien, eine Möglichkeit des zufallsbasierten Spiels und Kampagnenregeln. Zusätzlich finden sich Armeelisten für die 4 großen Kriegsparteien: Deutsches Reich, Sowjetunion, Großbritannien und die USA. Die Armeelisten im Hauptregelwerk bilden dabei den Zeitraum von 1944-1945 ab. Es ist nicht ausgeschlossen, dass irgendwann auch noch die früheren Kriegsjahre sowie andere Kriegsparteien aufgegriffen werden.

Armeezusammenstellung

Die Armeeerstellung erfolgt nach einem einfachen Prinzip. Gespielt wird in der Regel mit 1000 Punkten. Die Hälfte davon muss mindestens auf die Haupttruppengattung (z.B. Infanterie: Fallschirmjäger) entfallen. Mindestens 25% müssen von einer 2. Truppengattung (z.B. gepanzerte Streitkräfte) belegt werden. Die restlichen Punkte dürfen einer 3. Truppengattung (z.B. Unterstützungseinheiten oder einer anderen Infanterieart) zugeteilt werden.

Eine Liste könnte so zum Beispiel aus 600 Punkten Grenadieren, 320 Punkten mittleren Panzern und 80 Punkten Unterstützungswaffen bestehen.

Eine Partie spielen

Wie bereits beschrieben, gibt es bei L&F verschiedene Möglichkeiten eine Partie zu spielen. Den höchsten Wiederspielwert hat sicherlich das „Zufallsszenario“. In mehreren Schritten werden dabei einzelne Punkte wie Mission, Kampfbereitschaft und die Beschaffenheit des Spielfeldes ausgewürfelt oder beliebige Punkte davon selbst bestimmt. Die ausgewählten Haupttruppengattungen bestimmen dabei über Angreifer und Verteidiger.

Der Spielzug

Ein Spielzug wird in 3 Phasen eingeteilt.

In der Befehlsphase wird die Armeemoral geprüft und der Würfelpool für die Einheitenaktivierung gebildet. Letzteres ist nötig, um festzustellen, wie viele der eigenen Einheiten in der aktuellen Runde handlungsfähig sind.

In der Unterstützungsphase werden eventuell angeforderte Luftschläge und Artillerieschläge von außerhalb der Karte abgehandelt

In der taktischen Phase werden nacheinander die einzelnen Einheiten aktiviert und jeweils komplett abgehandelt. Es gibt keine separierten Phasen wie Bewegungsphase oder Schussphase.

Lead&Follow ist grundsätzlich ein klassisches I-go-you-go-System, in dem die Spieler nacheinander alle ihre Einheiten aktivieren, ehe der andere Spieler an der Reihe ist. In der Runde ihres Gegenspielers sind sie aber dennoch nicht zum Zuschauen verdammt. Stattdessen können sie versuchen Hinterhalte zu legen und damit auf Aktivierungen des Gegners reagieren. Der Einsatz der Hinterhalte sollte aber gut überlegt sein. Sie senken die Effizienz der reagierenden Einheit in der nächsten Runde deutlich und reduzieren zudem den neuen Befehlspool, bei dem zu diesem Zeitpunkt nicht klar ist, wie groß er ausfallen wird!

Eine „Einheit“ ist bei L&F immer als Trupp angegeben. Ein Infanterietrupp könnte z.B. aus 4-Mann bestehen, die zusammen agieren. Ein Fahrzeug, sowie beispielsweise eine Panzerabwehrkanone gelten ebenfalls als Trupp. Es werden keine Verbände gesamtheitlich aktiviert, sondern immer ein einzelner Trupp.

Bewegung

Die verschiedenen Einheitentypen haben unterschiedliche Bewegungswerte, wobei diese sich grob in 3 Kategorien einteilen lassen.

Infanterie bewegt sich standardisiert je nach Körperhaltung unterschiedlich weit. Eine kriechende Einheit hat nur eine sehr begrenzte Bewegungsweite, während sie aufrecht sprintend große Entfernungen zurücklegt.

Unterstützungswaffen haben je nach Waffentyp ebenfalls standardisierte Werte, wenn sie von Hand ihrer Bedienmannschaften bewegt werden sollen. Eine leichte Panzerabwehrkanone bewegt sich beispielsweise schneller als ein mittleres Flugabwehrgeschütz. Schwere Unterstützungswaffen können gar nicht von Hand gezogen, wohl aber mit einem Transportfahrzeug bewegt werden.

Fahrzeuge wiederum haben ihr ganz eigenes Bewegungsprofil. Sie nutzen Bewegungspunkte. Dabei gilt, dass ein Bewegungspunkt ein Zoll Reichweite entspricht. Zudem ist in jedem Profil angegeben, wie viele Bewegungspunkte benötigt werden, um eine 45° oder 90° Drehung des Fahrzeugs durchzuführen.

Gelände hindert die einzelnen Einheitentypen unterschiedlich stark bei ihrem Vorankommen. Überhaupt ist Gelände ein wesentlicher Faktor, da es sich durch unterschiedliche Deckungswerte, Sicht- und Bewegungsbehinderungen enorm auswirkt.

Beschuss, Aktionen und Würfelwürfe

Die Aufklärung ist elementarer Bestandteil von L&F und mindestens ebenso wichtig, wie der eigentliche Beschuss. Es kann kein Feind unter Feuer genommen werden, der als solcher nicht klar identifiziert wurde. Eine Panzereinheit die die feindlichen Positionen nicht kennt, kann nur sehr eingeschränkt wirken und ist ihrer Stärken deutlich beraubt. Späher und Einheiten mit Ferngläsern sind daher überlebenswichtig und müssen taktisch klug eingesetzt werden. Auch herkömmliche Einheiten, wie beispielsweise ein Gewehrtrupp, können aufklären. Sie sind dabei allerdings bei weitem nicht so effektiv wie dedizierte Einheiten.

Sofern ein eigener Trupp Reichweite und Sichtlinie zu einer aufgeklärten feindlichen Einheit hat, kann er diese auch unter Beschuss nehmen. Die meisten Würfelwürfe basieren bei Lead&Follow auf einem Fähigkeitstest, der durch klare und logische Faktoren beeinflusst wird. Für alle Würfelwürfe werden W10 genutzt.

Der Beschuss unterscheidet sich je nachdem, mit welchem Waffentyp geschossen wird. Grob werden die einzelnen Waffensysteme in 3 Kategorien eingeteilt. Leichte und Infanteriewaffen ohne Panzerungsdurchschlag. Waffen mit Panzerungsdurchschlag und ballistische Waffen.

Die meisten Eigenschaften der Einheiten sind je nach Typ allgemeingültig. Gibt es doch Besonderheiten oder Sonderregeln sind sie im Profil aufgeführt, gelten zumeist universell für mehrere Einheiten und sind gesammelt an einer Stelle im Regelbuch nachzulesen.  

Eine wesentliche Designphilosophie von L&F ist es, die Spieler immer wieder vor schwierige Entscheidungen zu stellen. Dies wird schnell deutlich, wenn man 1-2 Runden gespielt hat. So gut wie alle Einheiten haben nämlich vielfältige Möglichkeiten Einfluss auf das Schlachtfeld zu nehmen. Soll der Offizier lieber eine günstige, aber exponierte Position einnehmen, um das Fernglas zu benutzen oder selbst zu feuern? Oder sollte er lieber in Deckung verbleiben und umliegende Einheiten mit einem Sonderbefehl unterstützen?

Soll die Infanterieeinheit an Ort und Stelle weiter aufklären und somit Ziele für die nahe Pak liefern? Soll der Trupp sich lieber hinlegen, somit außer Sicht des Gegners gelangen und sich bereit für einen eigenen Hinterhalt machen, wenn der Feind in der kommenden Runde weiter vorrückt? Oder sollen die Männer sich doch lieber in Richtung des nahen Gebäudes bewegen, um in der nächsten Runde aus sicherer Deckung heraus das Feuer zu eröffnen?

Die oben erwähnten Offiziere sind ein weiteres besonderes Merkmal. Diese haben je nach Truppengattung (Infanterie, gepanzerte Kräfte, Unterstützungswaffen) spezielle Befehle, die oft das Zünglein an der Waage sein können. Einen Panzer ohne Bewegungsmalus vorrücken lassen, die durch Sperrfeuer niedergehaltene Infanterieeinheit reaktivieren oder das Feuer der Artillerie leiten – alles durch die Befehle des Offiziers/Generals möglich

Siegbedingungen

Ein Spiel gewinnt man entweder, in dem das jeweilige vom Szenario vorgegebene Missionsziel erfüllt wurde, oder indem die Armeemoral der Gegenseite gebrochen wird. Letzteres passiert, wenn ausreichend Verluste zu verzeichnen sind und der Befehlshabende Offizier den Armeemoraltest zu Beginn einer neuen Runde verpatzt.

Abschließende Worte

Als Autor des Spiels, spare ich mir an dieser Stelle selbstredend ein Fazit zu Lead & Follow. 😊 (Es ist großartig…!)

Ich lade aber gerne alle Interessierte ein, sich einmal selbst ein Bild von den Regeln und dem Spielfluss zu machen. Zudem ist in Bälde der Zeitpunkt erreicht, in dem es nur noch um das ausbalancieren und feintunen geht und ich ganz massiv auf Hilfe angewiesen bin, damit mein Herzensprojekt so gut wird, wie es nur werden kann.

Meldet euch also gerne, wenn ihr mal Probespielen oder gar dauerhaft Betatesten wollt!

Einen ganz besonderen Dank an dieser Stelle an blaxxun, anaticula, Maik, Calibac und Bongofrog für die zahlreichen Probespiele, das Feedback und den Zuspruch!

Autor und Datum: Robert K. am 22.02.2026